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Wahnsinn in Kitzbühl

Austriaman in Kitzbühl:

Austriaman rast auf dem Cape die Streif in Kitzbühl hinunter

Ich geb’s zu: Es war a Akt völliger Selbstüberschätzung.
I hab mir gedacht: Wenn der Hermann Maier da runterkommt, dann werd i des ja wohl mit an Cape auch schaffen. Mei Stück flatternder Patriotismus schafft des locker.
Ohne Ski. Ohne Bremse. Aber mit einem Schnitzel im Bauch – warm, doppelt paniert – und der festen Überzeugung, dass sich Schwerkraft nur auf andere auswirkt.
I steh also oben bei der Streif. Wind geht, Zuschauer johlen, i zieh das Cape fest und ruf:
„Für’s Vaterland und die Panier!“
Dann rutsch i los.
Erst langsam. Dann... 120 km/h.
Und dann kommt sie:
Die Mausefalle.
So steil, dass sogar mein Mut kurz die Abfahrt nimmt.
I flieg. Wirklich!
Mit dem Eleganzlevel von einem schneebesoffenen Gamsbock taumel ich durch die Luft, klatsch auf’m Steilhang auf, rutsch weiter wie a übermotiviertes Schnitzel auf’m nassen Teller.
Die Zuschauer schrein. Die Kamera zoomt.
Ich seh mein Leben vorbeiziehn – hauptsächlich in Form von Panoramakarten und Essensgutscheinen.
Dann – zack – land ich.
Mitten im Zielbereich. Direkt neben dem Kaiserschmarrnstand.
Gott sei Dank weich. Und staubzuckrig.
Der Schmarrn war hin. I war’s auch fast.
Aber das Cape hat g’flattert, das Herz hat g’klopft – und irgendwer hat applaudiert.
Ein Chaos.
Ein Wunder.
Eine Heldentat?
Wahrscheinlich a Mischung aus allem.
Und ja... i würd’s wieder tun.
Leider.