Austriaman vs. Wetter
Von Austriaman persönlich
Oida,
i schwör euch: Wetter is in Österreich ned einfach ein
Gesprächsthema – des is a Sportart. Und i bin leider mehrmals am Tag
im Training.
Oft kämpf i gegen Superschurken, die SchwammerlLoge, um an Parkplatz
oder den heiligen Bürokratius.
Viel öfter oba gegen des, was alle ÖsterreicherInnnen am härtesten
trifft: Das Wetter.
Der Wetterbericht
Der Tag fängt eigentlich guat an. ORF sagt: Heiter bis wolkig.
Realität: Grantig bis saugrausig.
In meinem nächsten Leben werd i auch Meteorologe. Do verzapfst heit
a Schmarrn und morgen is dir trotzdem kana bös.
Ist halt das Wetter. Man weiß jo dass es unberechenbar ist oba man
berechnet es trotzdem…
In jedem Wirtshaus sitzt mindestens einer, der das Wetter besser
kennt als die ZAMG.
„ I spür´s im Knie, morgen regnets“, „Mir zwackt die Hüfte´n, morgen
schneit´s“, „Mei Schädel brummt, morgen gibt´s an Föhn“ Na,
gratuliere. I spür´s im G´sicht wenn´regnet.
Und dann gibt´s natürlich di Grantler, denen nix recht ist:
Minus 10 Grad und leichter Schneefall? „Heast, die Wiener Linien
kriag´n an Herzinfarkt“
Schnee im März? „Ah geh, jetz hob i grod die Sommerreifen
draufg´haut“
11 Grad, Nieselregen? „Des nennt´s ihr Frühling? Jo Mahlzeit“
15 Grad, Regen? „Jo super, samma in England oder wos?“
19 Grad, windig? „Wos is denn des? Pulli oder T-Shirt? Petrus
verorscht uns wieda“
25 Grad, Sonne? „Jo eh guat, oba i sog da: Des hebt net lang“
30 Grad, Badewetter? „Vüü zu hoaß. Da rinnt mir jo des G´sicht owe.“
35 Grad, Sonne? „Jo, Wien is afoch a Sauna mit Baustellen. Des is a
Kampf ums nackte Überleben“
Der unsichtbare Feind: Der Föhn
In Vorarlberg und Tirol kennt ihn jeder: Den Föhn.
Hollywood hat Superschurken – wir haben a warme Luftströmung die den
Schädel platzen lässt, dein ganzes G´schichtl im Kopf durcheinander
bringt und jeder im Büro wird no narrischer als sonst. Und im Bus
bleibst am verschwitzen Sitz picken.
Der Föhn bleibt a Plag, oba trotz verschwitzter Strumpfhosen und
Schädelweh bleib i im Einsatz für eich.
Superheldenprobleme
Wasch i mei Cape, fangt´s zum Regnen an.
Geh i auf Patrouille, blast mir der Wind fast das Maskerl vom
Gesicht.
Bei Föhn im Westen spür i jeden Knochen wie a 90-jähriger
Pensionist.
Bei Sturm verwandelt sich mei Cape in a unkontrollierbares Segel und
am Abend vernageln mi die Gelsen im Einsatz.
Winterzeit
Wenn im Winter der Schnee waagrecht daherkommt – do is die
SchwammerlLoge a Lercherlschas dagegen.
Do friert mei Cape zu einer steifen Schicht. Praktisch als Schild,
aber kalt und schwer zu tragen. Schlimm wird´s, wenn i im
Schneesturm den Würstelstand net mehr find, und mei
Notfall-Schnitzel im Gürtel zum eiskalten Brettl wird.
Und schau, sobald im Wetterbericht das Wörtchen „Schnee“ fällt,
kaufen die Leute das Mehl- und Zuckerregal leer und die Backöfen
laufen heiß. Und dann schneit´s eh nur am Arlberg.

Smalltalk-Allzweckwaffe
In Österreich kannst mit „Na, des Wetter heute…“ jedes Gespräch anfangen. Vom Würstelstand bis zum Magistrat. Oba pass auf: Du kannst Stunden damit verbringen, nur über die Wolkenformationen zu streiten.
Fazit von Austriaman
Des Wetter in Österreich ist wie die Politik – keiner ist zufrieden
damit, jeder redet mit und ändern kann niemand was dran. Es macht, was
es will.
Und i? I nehm´s wie´s kommt – Hauptsache der nächste Einsatz führt
mich nicht durch Regen bei Rückenwind, weil a nasses, flatterndes
Cape, des dir imma in den Rücken klatscht, is sowas von grauslich.
