Austriaman BEIM INTERVIEW MIT RADIO OE 1/2

Moderation:
Claudia Stöckl-Schuh
Gast:
Austriaman, der Retter von Österreich
Guten Morgen, Austriaman, wir sitzen hier in der Küche deiner Gemeindebauwohnung. Die Adresse halten wir natürlich geheim.
Brauchst du zum Start in den Tag immer erst einmal einen g’scheiten Kaffee und was Süßes, damit du als Superheld in Schwung kommst?
🦸 Austriaman:
Servus und einen schönen guten Morgen! Du weißt eh, ohne an g’scheiten Verlängerten geht bei mir in der Früh gar nix. Und wenn dann no a Eitrige, a Schnitzerl und a Käsestangerl vom Vortag auf’m Tisch steht, dann fangt für mi der Tag erst richtig leiwand an. I sag immer: Erst wenn der Magen zufrieden ist, kann a Superheld Höchstleistungen bringen. Des is bei mir quasi Gesetz.
🎙️ Claudia:
Du grantelst ja oft über den ganzen Schmarrn, der um dich herum passiert, hilfst aber trotzdem jedem in Not. Wie bringst du diese Mischung aus Raunzen und Hilfsbereitschaft unter einen Hut?
🦸 Austriaman:
Najo, des Raunzen liegt uns Österreichern halt im Blut – des muss raus, sonst platzt ma! Aber keine Sorge, mein Grant ist herzlich g’meint. Sobald wer meine Hilfe braucht, bin i zur Stelle, auch wenn i vorher no g’schimpft hab wie a Rohrspatz. Am Ende vom Tag moch i mei Arbeit als Held ja gern, aber a bisserl sudern gehört halt dazu wie der Schaum zum Bier.
🎙️ Claudia:
Wie schaut ein ganz gewöhnlicher Montag bei dir aus, wenn grad keine Welt zu retten ist? Muss Austriaman da auch mal ganz normal einkaufen gehen oder mit der Telekom-Hotline streiten?
🦸 Austriaman:
Absolut. Wenn ka Superschurke Unfug treibt, dann hab i endlich Zeit, zum Hofer oder Billa einkaufen zu gehen. Im Cape incognito, versteht sich. I steh im Supermarkt, überleg, ob i heut Gulasch koch oder Schnitzel, während andere sich wundern, warum der Typ mit Umhang so viel Knoblauch kauft. Und ja, i häng genauso in der Warteschleife der Hotline und denk ma, a Weltrettung is wahrscheinlich einfacher als mit an Servicemitarbeiter z’reden. Des normale Leben holt di immer auf den Boden der Tatsachen zurück, auch als Superheld.
🎙️ Claudia:
Deine Liebe zu gutem Essen ist legendär. Stimmt es, dass du immer ein Notfall-Schnitzel bei dir trägst? Wie wichtig ist Kulinarik für deine Superheldenkräfte?
🦸 Austriaman:
(lacht) Ja sicher hab i immer a Schnitzel auf Reserve – man weiß jo nie, wann einen der Hunger überfällt. In meinem Utility-Belt steckt a panierts Notfalls-Schnitzerl, gleich neben dem Erste-Hilfe-Kasten. Ohne Schmäh: Gutes Essen is für mi so wichtig wie für Iron Man die Batterien. Wenn i hungrig bin, bin i unrund. Da hätt sogar der schlimmste Bösewicht nix zu lachen. Aber mit an vollen Magen bin i bärenstark und glücklich, des spüren die Leit, die i rette, a.
🎙️ Claudia:
Viele Superhelden achten streng auf ihre Diät und trainieren täglich. Du hingegen stehst offen zu deiner Leidenschaft für deftige Küche. Wie passt das mit deinem hautengen Superheldenanzug zusammen? Zwickt der nicht nach einem ordentlichen Schweinsbraten?
🦸 Austriaman:
Ach geh, mein Anzug is aus super-dehnbarem Stretch-Material, der wächst mit meinem Bauch mit (zwinkert). I mag halt a g’scheits Essen, und des sieht man vielleicht a bissl. A echter Wiener Wohlstandsbauch gehört halt dazu, oder? Andere Superhelden haben Sixpack, i hab mein „One-Pack“ und bin stolz drauf. Im Ernst: Meine Power kriag i aus der Zufriedenheit. Und nach am Schweinsbraten mit Knödel fühl i mi zehnmal stärker als nach irgendeinem Protein-Shake. Wenn der Anzug am Bauch a bissl spannt – na und? Des is mir allemal liaber als a Leben ohne Schweinsbraten.
🎙️ Claudia:
Gibt’s a Gspusi? Oder bist verheiratet mit Österreich?
🦸 Austriaman:
Österreich ist mein Herzblatt. Aber a Schnitzel bringt mich öfter zum Stöhnen als mancher Mensch. Privatleben is überbewertet, solang’s a gscheite Jausen gibt.
🎙️ Claudia:
Du trägst die rot-weiß-rote Fahne praktisch um die Schultern und verteidigst alles, was österreichisch ist, mit voller Leidenschaft. Was bedeutet Heimat für dich? Persönlich und als Superheld?
🦸 Austriaman:
Heimat is für mi des Gefühl, wenn i in der Fruah die Berge seh und die Kirchenglocken läuten hör, während i mein Kaffee trink. Des is der Geruch von frisch gemahlenem Kaffee, von Wald und Wiesen und a bisserl Kaiserschmarrn in der Luft. I lieb dieses Land mit all seinen Marotten – vom Grantscherben am Würstelstand bis zur Gemütlichkeit in der Buschenschank. Als Superheld verteidig i net nur Land und Leit, sondern a unser Lebensgefühl. Heimat bedeutet für mi, dass ma z’sammhält, egal was kimmt, und dass ma stolz sein kann auf die eigenen Wurzeln – und do is Österreich halt mei Herz und Seele.
🎙️ Claudia:
Man hat manchmal das Gefühl, du siehst wirklich alles durch eine rot-weiß-rote Brille. Wirst du auch mal kritisch beäugt dafür, dass du so patriotisch bist?
🦸 Austriaman:
(schmunzelt) Sicher gibt’s Leit, de sogn, i übertreib’s a bissl mit meiner Österreich-Liebe. Die glauben vielleicht, i bin a bissl verrückt, weil i sogor mein Duschgel nach Sachertorte duften lass. Aber ganz ehrlich: Mir is wurscht. I steh dazu. I bin halt mit Leib und Seele Austriaman. Besser i hab mei rot-weiß-rote Brille auf, als wie wenn ma gar ka Überzeugung hat. Und meistens merk’n die Kritiker eh schnell, dass hinter meinem Patriotismus vor allem a große Portion Herz steckt und a Liab zu dem, was uns ausmacht. Am Ende vom Tag sehns sogar die Skeptiker ein, dass a bisserl Stolz aufs eigene Land nix Schlechtes is, solang ma den Schmäh net verliert.
🎙️ Claudia:
Hat man eigentlich schon versucht, dich ins Ausland abzuwerben – zum Beispiel von den Avengers oder der Justice League? Oder sagst du immer: „Ohne mein Österreich mach ich keinen Finger krumm“?
🦸 Austriaman:
Ha, die Avengers hom vielleicht amoi angefragt, ob i net Lust hätt, international auf Schurkenjagd zu gehen. I hab abgelehnt mit der Begründung, dass i nur visafrei reise, wenn’s dort an g’scheiten Kaffee und an anständigen Schnitzel gibt. In New York a Leberkässemmel finden? Schwierig. Also bleib i liaba dahoam in Österreich, wo i jedes Eck und jede Marill’n im Marillenknödel persönlich kenn. Ohne mei Österreich moch i tatsächlich kan Handgriff. Höchstens vielleicht für an Kurzurlaub in Italien, aber pssst. Im Ernst: I g’hör hierher. Da draußen gibt’s genug Superhelden, aber nur einen, der d’Wiener Linien versteht und an Walzer im Blut hat.
🎙️ Claudia:
Hast du überhaupt Zeit für eine Beziehung oder Freundschaften neben dem Heldendasein? Oder sind deine einzigen Kumpel andere Superhelden im Dienst?
🦸 Austriaman:
I geb zua, des Sozialleben is a bissl anspruchsvoll. Wenn i mit meine alten Schulfreunde auf a Bier geh, klingelt genau in dem Moment sicha mei Notfall-Handy, weil irgendwo a Krokodil in der Donau schwimmt oder so a Blödsinn. Aber mei echte Freunde verstehen des – die wissen, dass i net fernbleib, weil’s ma net taugt, sondern weil’s halt manchmal brennt im wahrsten Sinn. Andere Superhelden treff i eigentlich kaum, außer beim jährlichen „Helden-Stammtisch“. Jo, den gibt’s wirklich! Da hock ma z’samm in irgendeinem Wirtshaus. Der Iron Man, a paar von de Avengers auf Besuch in Wien, und i. Und streiten, wer den besten Schweinsbraten kriegt. Also Freundschaften hob i scho, aber ma muaß halt flexibel sein, weil d’Weltrettung kan fixen 9-to-5-Job kennt.
🎙️ Claudia:
Wie gefährlich ist die Schwammerl-Loge wirklich?
🦸 Austriaman:
So gefährlich wie ein Haubenkoch mit Pilzfetisch. Wennst einmal in ihre Marillenfalle tappt bist, siehst nur noch Sporen.
*Wer die Antwort net versteht: Schau das Panelepos*
🎙️ Claudia:
Gab’s mal a Moment, wo du dachtest: „Jetzt is aus – i sauf ab wie a Germknödel im Schwammerlsud“?
🦸 Austriaman:
Jop. Als i durch den Keller hechten musste und die Marillen wie Bomben gefallen sind. I hab nur gschrien: „Mama, hol mi ab!“
*Wer die Antwort net versteht: Schau das Panelepos*
🎙️ Claudia:
Dein grantelnder Humor ist legendär. Bist du privat eigentlich genauso, oder kann Austriaman auch mal ganz weich und gefühlvoll?
🦸 Austriaman:
I bin a Mensch aus Zucker und Salz. Heißt: Außen bin i manchmal der raue, grantige Hund, aber innen drin hob i schon a weich’s Herz. Ma sagt immer, i tu nur so hart, aber dann hob i beim letzten „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ im Fernsehen heimlich a Tränchen verdrückt. Sowos tat i natürlich vor meinen Fans nie zugeb’n! (lacht) Aber ja, i kann sehr wohl g’fühlvoll sein. Der Schmäh rennt bei mir, aber genauso wichtig is ma die Herzlichkeit. Am Ende vom Tag will i den Leuten net nur Bauchweh vom Lachen geben, sondern a warm’s G’fühl, dass do einer is, der’s guat mit ihna meint.
🎙️ Claudia:
Jeder Superheld hat seine Schwäche. Bei Superman ist es Kryptonit – was setzt dir am meisten zu, oder wovor hast sogar du Respekt, auch wenn du es ungern zugibst?
🦸 Austriaman:
Puh, des verrat i ungern, aber gut: Meine größte Schwäche is wahrscheinlich der Novemberregen in Wien. Wenn’s tagelang nur grau und nass is, geht meine Laune in’ Keller und mei Umhang wird so schwer vor lauter Regen, dass i kaum mehr rennen kann. Und vielleicht noch, unter uns: I kann kan Schnaps ab. Schon a kloans Stamperl haut mi um – des bleibt aber unter uns, ja? Aber was wirklich weh tut, is, wenn wer was Böses über Österreich sogn tat, do werd i richtig schwach, weil’s ma ins Herz schneidt. Also bitte, kan Kryptonit und ka Schlechtreden vom Heimatland, dann bleib i unschlagbar.
🎙️ Claudia:
Dein Name ist ja Programm – Austriaman. Wie bist du eigentlich auf den gekommen? Stand jemals zur Debatte, dich zum Beispiel „Schnitzel-Man“ oder „Mister Alpenpower“ zu nennen?
🦸 Austriaman:
(lacht) Du glaubst gar net, wie oft i des g’hört hab! Ursprünglich war i ja nur da Franz aus Wien mit an Cape. Den Namen Austriaman hat ma tatsächlich a klana Fan verpasst. A Bua hat mich am Heldenplatz g’sehn und g’ruafa: „Schau, do is da Austriaman!“ Des hat g’passt wie die Faust aufs Aug. Vorher hab i kurz überlegt, ob i mi „Captain Kaffeehaus“ nenn soll oder „Donau-Donnerer“ aber komm, des hätt si jo kaner gemerkt. „Austriaman“ sogn ois: Do woaß ma glei, der steht für Österreich. Und „Schnitzel-Man“ hätt zwar mein Gusto troffn, aber i wollt kan Markenstreit mit irgendwelchen Fast-Food-Ketten riskieren (grinst).
🎙️ Claudia:
Wenn du mal keinen Umhang und keine Maske trägst – wie erlebst du den Alltag unerkannt? Erkennen dich die Leute an deinem Schmäh, oder kannst du wirklich inkognito unter uns sein?
🦸 Austriaman:
Also ehrlich, i versuch jo inkognito z’bleib’n, aber des is gor net so einfach. I schlüpf in an faden, grauen Anzug und probier, Hochdeutsch z’red’n, damit kaner was merkt. Aber spätestns wenn i beim Billa an der Kassa steh und aus Gewohnheit „Oachkatzlschwoaf“ statt „Danke“ sag, wissns alle Bescheid. Manche erkennen mi am Dialekt, andre an da Kombi aus steirischer Eiche im Kreuz und Kipferlbrösel auf’m Hemd. Aber die meisten san eh diskret – die zwinkern höchstens und sogn nix, damit i in Ruah meine Extrawurstsemmeln essen kann. Inkognito leb’n is schwer, wenn ma so a markante Figur is wia i, aber a bissl normal einkauf’n oder im Park sitzen geht si scho aus. Wien is da gottseidank weltstädtisch gnua, do schaut net jeder auf jeden Teller.
🎙️ Claudia:
Viele deiner Fans sehen dich als Symbol für Glück und Sicherheit in Österreich. Was bedeutet für dich persönlich Glück?
🦸 Austriaman:
Glück is für mi, wenn i am Abend ham kumm und a guates Essen wartet auf mi, und im Radio spün’s grod Austriaman – der Retter von Österreich. Glück is a warm’s G’fühl im Bauch – manchmal von da Liab, manchmal vom Marillenknödel, idealerweise von beidem. Es heißt a, dass alle, die ma wichtig san, g’sund san und ma gemeinsam über die gleichen blöden Witze lachn kann. Und ganz ehrlich: Glück is, wenn a Tog lang kaner irgendeinen Blödsinn anstellt, den i ausbadn muaß, und i einfach nur im Pyjama auf der Couch sitzen darf mit an Teller Kaiserschmarrn. Des san die Momente, wo i ma denk: So, jetzt is d’Wöd in Ordnung. A große Stütze is natürli a g’scheite Hausmannskost: So a liabvoll g’kochtes Erdäpfelgulasch von meiner Oma ersetzt a Therapiestund. Außerdem hob i mei Heimat, die ma viel gibt: d’Berg zum Durchatmen, d’Musik zum Träumen und an Schmäh zum Lacha, a in schwere Zeiten. Wenn’s ma amoi richtig dreckig geht, steig i auf an Berg ganz obn, schau owi ins Tal und denk ma: So schlimm is es gar net, solang’s a Stückerl Sachertortn und an liabn Menschen gibt, der’s mit dir teilt.
🎙️ Claudia:
Abschließend gefragt – worauf bist du als Austriaman am meisten stolz, und was wünschst du dir für die Zukunft?
🦸 Austriaman:
I bin stolz drauf, dass i den Leuten zeigen kan, wia schen unser Österreich is und dass in jedem von uns a kloana Held steckt – sei’s, weil ma der Nachbarin den Einkaufskorb trägt oder am grantigen Kollegen an Würfelzucker in’n Kaffee gibt. Wenn’s um d’Zukunft geht: I wünsch ma, dass i irgendwann überflüssig werd, weil d’Leit aufeinanderschau’n und kan Superheld mehr brauchen. Aber bis es so weit is, bleib i natürlich im Einsatz – vielleicht a wengerl gemütlicher mit de Jahr, aber imma mit Herz und Schmäh. Und persönlich hätt i nix dagegen, wenn ma ma am Heldenplatz irgendwann a Statue aus Marmor mit an integrierten Würstelstand hinstellt. Aber des is wohl z’vü g’fragt (lacht). Hauptsach’, es geht weida mit an g’sunden Humor und an Haufn Leit, die z’sammhalten.