Knöll packt ein
Ein Tag als Superhelden-Praktikant:
Ö3 1/2-Moderator Andy Knöll begleitet Austriaman im Heldenalltag.
Gastbeitrag von Andy Knöll
Man sagt ja, Superhelden hätten’s leicht.
Ein bissl fliegen, a bissl die Welt retten, am Abend a Schnitzel.
Also hab i mir gedacht: Des schau i ma jetzt persönlich an.
Ein Tag als Praktikant beim Austriaman – was soll schon schiefgehen?
Tja, alles vielleicht...?
Dienstbeginn im Heldenhauptquartier
Austriaman empfängt mi zuhaus mit einem Kaffee, der vermutlich
schon seit dem letzten Einsatz da steht. Er schaut mi an, kaut no
und sagt: " Setz di her do, Bua. Unser Job is ka Bürog´schicht"
Gleich daneben hängt sein Umhang über einem Wäscheständer,
und auf dem Tisch liegt a Liste mit der Überschrift „Wurststände
in Not“.
I spür sofort: Hier wird Geschichte geschrieben.
Der grüne Strampler
Austriaman sagt, jeder Held braucht ein Outfit.
I denk an Cape, Muskeln, Dramatik – und krieg stattdessen ein Kostüm
aus glänzendem Polyester, das irgendwo zwischen „Kinderfasching“ und
„Radlertrikot“ hängt.
I schau in den Spiegel, und Austriaman nickt ernst:
„Passt. Du schaust aus, als wärst g’rad aus’m Müsli gekrabbelt.
Perfekt fürs Undercover.“
I will was sagen, aber der Reißverschluss klemmt schon.
Superheldentraining
Auf seine Anweisungen hin, wärm i mi mit Dehnübungen auf und trainiere Luft- und Heldensprünge. Währenddessen trainiert Austriaman intensiv seine Kaumuskeln.
I schwitz. Und das ordentlich. Heldentum riecht überraschend stark nach Essigreiniger.
Einweisung ins Heldenbusiness
Nach der körperlichen Ertüchtigung folgt a Vortrag über den Job
als Superheld und die Regeln:
„Erstens: Des is ka Marvel. Bei uns gibt’s ka Budget, ka
Laseraugen und ka Orchester. Es gibt nur Wien, Stress, und viel
zu wenig Senf.“
I nick. Weiß net, ob i lachen soll.
Er fährt fort: „Zweitens: Wenn irgendwo an roten Knopf siehst —
druck ned drauf. Wenn glaubst, er is ned wichtig — druck ned
drauf. Wenn hörst, jemand anderer sagt, du sollst draufdrücken —
druck trotzdem ned drauf.“
Er nimmt einen Schluck Kaffee, verzieht das Gesicht, trinkt aber
trotzdem weiter.
„Drittens: A Superheld braucht drei Dinge: ruhige Nerven, a
gutes Herz und an Umhang, der ned stinkt.
Du host zumindest eins davon. I hoff auf’s Herz.“
I beginn was zu sagen, aber er hebt die Hand, lehnt sich zruck
und schaut mi ernst an:
„Und das Wichtigste, Knöll: Wennst was ned vestehst, frag. Und
wennst glaubst, du vestehst es, frag trotzdem. Weil i hab schon
viele g’sehen, die glaubt ham, sie wissen wos tun, die san dann
in an Hydranten g’steckt, in an Mistkübel g’fallen oder ham in
der Oper an Skandal ausgelöst.“
I schwör, i spür, wie diese Worte für mich persönlich gemeint
waren.
Uns merk dir: „Bei Konflikten gilt: zuerst reden, dann helfen,
dann flüchten.
Nicht in der umgekehrten Reihenfolge, wie du’s wahrscheinlich
machen wirst.“
Dann steht er auf, klopft mir auf die Schulter und sagt:
„Na gut. Kaffee is aus, Umhang is trocken. Kommen ma ins
G’schäft. Fangen ma leicht an… irgendwer im Gemeindebau streitet
sicher scho irgendwer wegen’m Mistkübel. Komm, Praktikant, Zeit
zum Lernen.“
Und genau so beginnt mei erster Tag als Sidekick vom
österreichischen Superhelden.
Diplomatie im Gemeindebau
Wir gehen durch einen großen Gemeindebau, weil Austriaman dort
jemanden treffen will, der „Infos zur Schwammerl-Loge“ haben
soll.
Im Innenhof stehen zwei ältere Damen, beide bewaffnet mit
Einkaufstrolley, Kopftuch und einem grantigen Blick, der sogar
Beton schneiden könnte.
Bevor i überhaupt begreife, was los ist, sagt Austriaman:
„Knöll, des is dei Gebiet: Konfliktlösung. Geh hin.“
I geh also hin, Mikro brav in der Hand, lächle höflich: „Grüß
Sie, i bin...“
Und ZACK, schon fliegt’s: „Aha! Der neue Hausbesorger! Dann
richten’s dem Herrn Grünsteidl aus, dass sei Hund scho wieder
ins Blumenbeet g’schissen hat! So geht das ned!“
I versuche zu erklären, dass ich weder Hausbesorger bin noch
Zuständigkeiten hab, aber die zweite Dame schaltet sich ein:
„Na, des is eh wurscht. Wenn er jung is, kann er trotzdem
helfen!“
Fünf Minuten später halt i eine Liste mit Beschwerden, eine
Einladung zu Kaffee und ein Tupperdoserl Vanillekipferl in der
Hand. I hab null Ahnung, wie das passiert ist.
Austriaman klopft mir auf die Schulter und sagt trocken:
„Diplomatie bestanden.“
Wenn Heldentum falsch abbiegt
Wir sind weiter auf Streife unterwegs, als i seh wie eine Frau
einem Mann mit pinker Handtasche hinterher rennt.
Mein Hirn schaltet sofort in Action-Modus. Handtaschenraub!
Heldentat to go!
Austriaman ruft noch: „Knöll, wart...!“
Aber i renn schon voller Heldentat-Gefühle los. Der Kerl dreht
sich um, sieht mi, den Ö3 1/2-Moderator in grünem Strampler, und
is erstmal perplex.
So hol i den Typen leicht ein, pack ihn wie ein schlechter
Fernsehpolizist und brüll: „Lassen’s die Taschn los! I bin
vom…!“ (I weiß bis heute nicht, was i da eigentlich sagen
wollte.)
Der Mann dreht sich um, komplett verwirrt: „Wos? I trag die für
mei Frau!“
Und genau in diesem Moment kommt sie an – völlig außer Atem,
aber mit genug Energie für drei Vorwürfe: „Schaaatz! I hab dir
g’sagt, renn ned so! Der Typ glaubt ja, du bist a Räuber!
Und dass du Kasper in so grob anpackst! Mei Mann is herzkrank!
Der hätt sterben können wegen dir Supermandl. Überleg nächstes
mol besser bevor di an Unschuldigen vergreifst. A
Unverschämtheit.“
I stottere eine Entschuldigung und werd kleiner als mein Umhang
zulässt.
Die Frau schimpft weiter.
Der Mann entschuldigt sich bei mir (!!).
Austriaman kommt dazu, klopft mir auf den Rücken und sagt mit
einem tiefen Seufzer: „Knöll… net jeder der rennt is auf der
Flucht...“
I nick. Stumm. Verletzt. Seelisch.
German Tourist - Austrian Confusion
Am Schwedenplatz bleiben wir kurz stehen, weil i Luft brauche —
Lycra-Stoff und Nachmittagssonne sind keine Freunde.
Da kommt ein deutsches Touristenpaar zu uns: Kamera, Stadtplan,
ganz lieb.
Sie sagen: „Excuse me… how do we get to the Belvedere?“
Bevor Austriaman antworten kann, spring i ein: „Jo des is
leicht! Da vielleicht zehn Minuten zu Fuß!“
Austriaman schaut mich an, als hätt ich gerade behauptet, der
Stephansdom steht in Salzburg.
I zeig enthusiastisch in irgendeine Richtung.
Sie bedanken sich höflich und marschieren los.
Austriaman wartet zwei Sekunden, dreht sich dann zu mir und sagt
trocken: „Knöll… du hast sie gerade zum Donaukanal geschickt.“
I werd blass.
Wir laufen ihnen nach — aber Wien verschluckt sie wie nix.
I überleg ernsthaft, Google Maps zu installieren. Auf meinem
Mikrofon.
Taubenkrise am Stephansdom
I glaub ja immer noch, dass ich für Höheres bestimmt bin.
Vielleicht sogar für Superhelden-Einsätze.
Aber dann steh i am Stephansdom und merke schnell: I bin für
Tauben bestimmt.
Gezielt. Wir wurden gerufen weil sich eine Horde davon in den
Steffl verirrt hat.
Wir kommen an, und im Portal flattern die Viecher herum wie im
Hitchcock-Film. Touristen kreischen, ein Mesner flucht wie ein
Bauarbeiter.
Austriaman versucht sie mit einem Stück Wurst rauszulocken.
I steh daneben, Mikro in der Hand, professionell wie immer, bis…
ZACK.
Eine Taube erwischt mi.
Direkt am Bauch.
Dann gleich noch eine.
I brüll: „I glaub, i bin jetzt offiziell g’segnet!!“
Austriaman schaut mich trocken an: „Ned g’segnet. Nur
vollpflatscht.“
I sag’s ehrlich: Der Stephansdom hat mich heute härter
gezeichnet als jede Kritik auf Social Media.
Die doppelte Sissi
Wir gehen am Prater entlang, als ein gestresster Mitarbeiter
rausrennt:
„Bitte, helfen Sie uns! Die Sissi is weg!“
Mei Puls steigt.
Austriaman hebt die Augenbraue.
I renn schon ins Museum.
Und seh eine Frau im prächtigen Sissi-Kleid stehen. Perfekt
geschminkt. I springe heldenhaft vor sie hin, halte mein Mikro
wie ein Polizeiabzeichen und sage: „Keine Sorge, wir bringen Sie
zurück!“
Sie schaut mich an und sagt trocken: „I’m the actress. I’m on a
break.“
I wünscht, der Boden hätte mich verschluckt.
Austriaman dreht sich weg, lacht aber so, dass es durch die
Halle hallt.
Die echte Wachsfigur finden wir später. Zwei Jugendliche haben
sie nur versetzt, um bessere Selfies zu machen. Austriaman
erklärt’s ihnen ruhig. Die sind voll brav, helfen sogar beim
Zurückstellen.
I helfe mit, damit ich wenigstens irgendwas richtig mach...
Belagerung am Würstelstand
Immer wieder, echt, ich schwör:
Wir machen a Pause am Würstelstand, und plötzlich zeigt jemand
auf mi: „Schau! Da ist der Microman vom Ö3!“
I: „Na, i bin der Andy Knöll!“
„Eh! Der Microman! Und er frogt sicher grod den Austriamän in
welchem Land Austria liegt“
Es wird schlimmer: Eine Gruppe Touristen will Fotos mit mir
machen – weil sie glauben, ich bin eine offizielle Prater-Figur
oder irgendein Performance-Künstler.
I lächle tapfer.
Austriaman kriegt einen Lachkrampf.
Ein Handy, ein Held und tausend tödliche Blicke
Wir sind gerade auf dem Weg Richtung Kärntner Straße, als uns
ein diensthabender Opernplatz-Aufseher hektisch zuwinkt: „Bitte,
schnell! Da ist einer, der telefoniert seit zehn Minuten
lautstark am Handy! Die Leut’ drehen durch!“
Austriaman schaut mich an, nickt ernst: „Knöll, das is deins.
Ruhiges Auftreten, diplomatisch, höflich.“
I denk mir: Ja! Endlich ein Einsatz ohne Körperkontakt,
ohne Kollateralschaden.
Also rein in die Oper. Wir werden in einen Rang geführt.
Und tatsächlich: Mitten in einer Vorstellung (irgendein
dramatisches Liebessterbendings) sitzt ein Typ, Handy am Ohr,
redet wie a Marktschreier am Aktionstag.
Lautstärke: 7 von 10. Unpassend: 12 von 10.
I gehe hin, flüsternd, freundlich, so professionell ich kann:
„Entschuldigen Sie bitte… könnten Sie das Gespräch vielleicht
draußen weiter...“
Er hebt die Hand, schneidet mich ab, und sagt ins Handy: „Wart
kurz, da steht so a Kasperl im Kostüm vor mir.“ Dann zu mir:
„Geh bitte, nur noch zwei Minuten.“
Zwei Minuten. In einer Oper. In Wien. Mit Publikum.
I spür den Zorn der Kultur direkt in meinem Nacken, dreh mi zum
Publikum um, will vermitteln und in dem Moment fängt ein Herr in
der Reihe dahinter zu schimpfen an: „Herrschaftszeiten! Geh,
host kan Anstand?!“
Eine Dame zischt: „Des is die Oper, ned die Tram!“
I versuch, die Wogen zu glätten, aber das Publikum springt mich
quasi verbal an.
Der Typ telefoniert immer noch.
Austriaman kommt dazu, beugt sich runter und sagt ruhig, aber
so, dass man’s im ganzen Rang spürt: „Heast. Auflegen.“ Der Typ
schaut hoch, erkennt ihn — und legt SOFORT auf.
Er steht auf, geht raus und murmelt zu mir: „Na gut… hätten’s ja
glei sagen können.“
Austriaman bekommt Applaus vom Publikum.
I natürlich nicht... Austriaman sagt, als wir rausgehen: „Knöll…
die Wiener Oper ist a Naturgewalt. Die zähmst ned. Die
erträgst.“
Und i sag gar nix mehr. I kann nicht mal mehr husten
ohne Angst, dass mich jemand anraunzt.
Das Gebräu der SchwammerlLoge
Am späteren Nachmittag, als i glaub, der Tag kann jetzt nur
noch bergauf gehen (Fehler!), bekommt Austriaman eine
Nachricht: „Verdächtige Aktivität im Keller vom Gemeindebau.
Angeblich SchwammerlLoge.“
Er schaut mich an: „Knöll, diesmal vorsichtig. Des könnten
wirklich die sein.“
I bin sofort hochkonzentriert. Superheldenmodus. (Also… mein
Versuch davon.)
Wir schleichen in den Keller.
Es riecht nach Waschmittel, Beton und feuchtem Karton.
Alles net mysteriös. Bis wir Stimmen hören.
I flüstere: „Siehst du? Verbotene Rituale der
SchwammerlLoge!“
Austriaman schaut mi an wie ein Vater, der weiß, dass sein
Kind Blödsinn redet, aber es trotzdem lieb hat.
Wir spähen um die Ecke.
Vier Leute stehen im Kreis, flüsternd, konzentriert, mit
ernsten Gesichtern.
Einer sagt: „Der Austritt muss länger gären, sonst passt der
Geschmack ned.“
Eine Frau: „Sobald’s blubbert, is er fertig.“
I spür Gänsehaut und flüstere: „Siehst du?? Die BRAUEN
Pilzgift und planen den Weltuntergang!“
Und bevor Austriaman mi stoppen kann, spring i heldenhaft in
den Kreis, Mikro hoch: „Hände weg! I hab euch durchschaut! I
weiß genau, was ihr gärt, Ihr Schwammerlverbrecher!“
Alle starren mi an. Verwirrt. Überfordert.
Dann sagt der Älteste trocken: „Bua… wir machen Sauerkraut.“
I friere ein. Komplett.
Austriaman kommt rein, greift sich ins Gesicht, sagt:
„Entschuldigung. Der Praktikant übt no.“
Die Gruppe lädt uns (!!) ein, das Kraut zu probieren.
I probiere. Es ist erstaunlich gut. Vielleicht sogar verdächtig
gut. War do net ein leichter Hauch von Pilzgeschmack im
Abgang?
Als wir gehen, flüstere i: „Sicher, dass des ka Tarnung der
Loge war?“
Austriaman: „Knöll… Schwammerl und Sauerkraut san zwa paar
Schuh.“
I sag nix mehr.
Nachbesprechung zum Feierabend
Der Tag hängt mir in den Knochen.
Meine Beine brennen, mei Rücken klingt wie ein kaputtes
Akkordeon und mei Stolz… naja, der liegt irgendwo in einem
Gemeindebaukeller zwischen Sauerkraut und peinlicher Stille.
Austriaman sagt: „So, Knöll, Feierabend für heit. Komm.
Jetzt wird gegessen.“
Wir stehen am Würstelstand.
Der Himmel wird orange, der Geruch von gegrillten Eitrigen
hängt schwer in der Luft, und für einen Moment fühlt sich
Wien friedlich an — fast so, als wüsste es, dass i heute
genug einstecken musste.
Der Würstelmann nickt uns zu wie alten Bekannten.
„Wie immer?“ fragt er.
Austriaman nickt.
I sag nix — i weiß nicht, was „wie immer“ ist, aber i krieg
trotzdem eine.
Wir beißen gleichzeitig rein. Es zischt, tropft, brennt
leicht am Gaumen.
Aber irgendwie… ist es perfekt.
Austriaman schaut mich an, nicht streng, nicht genervt —
einfach normal:
„Du hast heut viel falsch g’macht.“
I nick kleinlaut.
Dann hebt er die Wurst wie einen Pokal und sagt: „Aber du
bist trotzdem bis zum Schluss geblieben. Und des… machen ned
viele.“
I spür’s. Das ist, in seiner Welt, ein Ritterschlag.
Er schiebt noch hinterher: „Außerdem hast kan Mensch
verletzt. zumindest ned absichtlich.“
I lach zum ersten Mal seit Stunden.
Er grinst auch. Kurz, aber echt.
Der Würstelstand, das Licht, der Duft — alles wird weich,
warm, freundlich.
Der Tag war eine Katastrophe, aber am Ende… fühlt sich’s ein
bissl nach Sieg an.
Fazit des Tages
Knöll:
"Der Tag hat mi geschliffen.
Net wie ein Edelstein, eher wie ein altes Mosaik, das
zufällig wieder aufgefunden wurde — schief, bunter als
nötig, aber irgendwie mit Charakter.
I hab mi gefühlt wie ein Held, wie a Trottel, wie a
Praktikant, wie a Mensch der zu viel wollte und dann
irgendwann begriffen hat, dass Helfen ned immer heißt, dass
man’s richtig macht. Aber vielleicht ist das eh der Punkt:
Ma macht’s trotzdem. Auch wenn ma falsch liegt. Auch wenn’s
unangenehm ist. Auch wenn einen wer anschreit, oder sich
jemand aufregt, oder ma jemanden irrtümlich zum „Räuber“
erklärt.
I bin heute kein Held geworden. Aber vielleicht… a bisserl
besser als vorher.
Superheldenleben klingt nach Ruhm, Action, Ehre und Ansehen.
In Wirklichkeit is’ es a Mischung aus Wurst, Wahnsinn und
Seltsamkeiten. Aber hey – irgendwer muss ja aufpassen, dass
die Schwammerl ned unser Land übernehmen.
Und i nehm mir fest vor, nach dem Tag nie wieder Lycra zu
tragen..."
Austriaman:
"Knöll hat heut Dinge g’sehen, die er ned versteht. Er hat
Dinge falsch eingeschätzt, falsch gemacht und falsch
erklärt. Er hat Leut verärgert, verwirrt, zum Lachen
gebracht und zum Kopfschütteln.
Er hat Wien in seiner ganzen chaotischen Pracht erlebt.
Aber weißt, wos wichtig is?
Er is immer stehen geblieben, hat sich entschuldigt, hat
weiterg’macht, hat ned umdraht, und vor allem: Er hat ned
g’spielt, er war echt.
A Held is ned der, der alles richtig macht. A Held is der,
der ned davonrennt, wenn er merkt, dass er was verbockt hat.
A Held is der, der weiter probiert, weiter fragt, weiter
lernt.
Knöll is ka Superheld. (Na wirklich ned.) Aber: Er is a
Mensch mit Herz. Und Herz is rar.
Für an Tag wie heute braucht man Mut. Für an zweiten Tag
braucht man Charakter. Und wenn er wiederkommt - dann weiß
i, dass er’s ernst meint.
Und wenn ned? Dann hat er zumindest was erlebt, was ihm
koana nimmt: An Tag voller Wiener Wahrheiten und an
Würstelstand, der alles heilt.
Jo, der Knöll hat sich tapfer g’schlagen. Er hat nix
zerstört, außer meine Nerven und an Mikrofon. Für an
Anfänger in dem Gewerbe ganz ok.“