Das geheimnis der SchwammerLLoge teil 3
Austriaman- der Retter Österreichs
Teil 3
Liebesgrüße aus der Wachau
Tippe rechts, wenn du bereit bist. Und links, wenn du's bereust.
Vorhang auf.
Was bisher geschah

Eine mysteriöse Gesellschaft hat es auf unser heiliges Kulturgut abgesehen: Die österreichische Küche!

Mit Pilzgerichten überfluten sie die Supermärkte. Würstelstände? Geschlossen! Leberkäse? Verschwunden!

Doch Österreich gibt nicht kampflos auf! Beauftragt von höchster Stelle – mit dem Siegel vom Bundesadler höchstpersönlich – nimmt Austriaman die Spur auf.

Sein Cape flattert im Wind (oder von der Bohnensuppe), sein Magen knurrt nach echtem Schnitzel, und seine Mission ist klar: Rettet's die Küche, rettet's die Kulinarik!

Die Spur führt ihn nach Niederösterreich – zu einem Heurigen. Aber was geht dort vor sich? Nur Schwammerl auf der Speisekarte? Oder steckt da mehr dahinter?

Die Spur führt zum Heurigen.
„Aha, do versammeln sich oiso die Sporenkasperl."
„Dann wer'ma des mol aufmischen. Oba vorher geht sich sicher noch a Jausn aus."
„Do tauch i lieber ingog... inkogit.... in zivil auf"
Und so schlüpft er schnell in seinen Tarnjanker
Drinnen empfängt ihn Gemütlichkeit und a fesche Kellnerin
„A Brettljause und an Weiß-Sauer. Gspritzt. Net gschüttelt oder gerührt!"
„Ohne Sporen gibt's nix mehr. Die Pilzplatte und a Sporerl."
„Oh mei. I hob a Jausen bstellt, kan Waldausflug..."
Kaum schaut er grantig in seinen Schwammerltopf, hockt sich wer dazu, der eindeutig scho zwoa Achterl über der Vernunft is.
„Servus, bist a auf a Sporerl oben?"
Das Verhör auf Heurigenart

Austriaman nutzt die Gelegenheit und wendet seine subtile Verhörmethode an.

„Bist du a von der Fungi-Mafia?"

„Du manst die SchwammerlLoge? Joh, i bin da Röhrling. Wie is denn dei Logenname?"

„Leberkasling"

„Der Steinpilz lost mi nimma runter. Oba am Steinpilz kummst net vorbei. Wenn der na sogt, dann is na…

Der Typ do drüber, der im Kellereingang steht – wie wenn da Arnold in an Wald g'fallen wär und Sporen g'schnupft hätt?"

Aber der Röhrling entgleitet mit letzten Worten schon sanft in den sporengetränkten Schlummer.

Der Röhrling schläft. Die Mission geht weiter.
„I hoff i verschlof des Feierwerk in Krems net..."
„Aha. Des war jetzt interessant. Dann schau ma, was da so kreucht und fleucht in dem Gsindlkeller."
„I möcht mer an lieblichen 1997er Pilzviertel, Waldhang mit moosigem Abgang aus'm Keller holen"
„Verkostung.im.Keller.nur.für.geladene.Gäste"
„I bin sowos von geladen, du überfahrenes Parasol-Gsicht. Schwaffelst jo wie a ÖBB-Werbung"
„Du.kommst.hier.nicht.vorbei"
„Unbefugter.Zugang.führt.zur.sofortigen.Kompostierung"
Ein Moment der Stille. Zwei Gegner, ein Blick. Doch Austriaman weiß: Für das, was gleich passiert, braucht es mehr als Mut – es braucht das G'wand.
„I könnt jetzt glei losschlagen… aber schiach wär's. Und i hab mein Cape net an. Geht net."
„Jetzt ist Schluss mit Clark, den keiner Kent"
Es ist Zeit für...
„AUSTRIAMAN"
Weil's vorne ungesund wird, nimmt er den klassischen Weg – durchs Kellerfenster.
„Oida, des is enger als in der Wiener U-Bahn zur Rush-Hour"
Er findet sich in einem finsteren Labor wieder. Es schaut aus wie a Mischung aus Oma's Einkochküche und Frankenstein sei Vorratskammer.
„Wie im Naturhistorischen, oba no grausliger"
Er starrt auf Marillen, aus denen Schwammerl wachsen. Wie Toast Hawaii - nur schlimmer.
„Die züchten anscheinend G'schmacksverbrechen mit Wurzeln."
Vor ihm steht a seltsame Kanone, groß wia a Traktor und g'fährlich wia a Allergieschub im Hochsommer.
„Wenn des Ding losgeht, wachsen Schwammerl wohl bis in die Kantine vom Parlament. Wahrscheinlich mit drei Einstellungen: Marille, Champignon, Weltuntergang."
Zwischen all dem Gschlamp steh a Kistn und plötzlich macht's klick – „der Röhrling hat wos von Krems g'sagt…"
„Krems? Abt? Sog bloß Stift Melk is a scho infiltriert? Die Loge geht in den Barock?"
Dann erspäht er die Versammlung. Er kauert hinter am Weinfass wie a schüchterne Zwetschke vorm Schnapsbrenner
„Brüder der Mykorrhiza – der Moment ist gekommen."
Die Rede des Bösen

„Die Marillenblüte lenkt das Volk. Doch wir… wir pflanzen die wahren Früchte.

Unsere Sporenkanone steht bereit! Dann werden die Marillenbäume nicht länger Obstspender sein – sondern Wirtsträger unserer Pilzsymbiose!

Keine Marmelade mehr. Kein Schnaps. Nur noch Myzel!

Österreichs kulinarisches Erbe? Ein Schatten der Vergangenheit. Die Zukunft gehört den Sporen!"

Die Sporenkanone steht bereit.
Er spitzt die Ohr'n nach vorn – net wissend, dass sich hinter ihm scho a grantiger Steinpilz anschleicht.
Langsam. Lautlos. Und mit mehr Groll als a Pensionist in der Warteschlang'n.
Mit einem Hieb, wie aus einem schlechten Arnold-Film, zerlegt Steinpilz das Fass. Der Wein rinnt, der Zorn steigt.
„Oida… des war a 2011er Zweigelt Reserve. Du Barbarenpilz!"
Das zerschmetterte Fass entlädt sich wie a Tsunami aus Blaufränkisch
Und Austriaman? Weg. Gleitmittel: Zweigelt. Richtung: Desaster.
Genug Lärm, dass selbst die Schwammerlbrut ihre finsteren Pläne unterbricht.
Köpfe drehen sich, Kapuzen heben sich.
Austriaman schießt durch den Keller – ein Superheld auf Glatteis, ohne Würde, aber mit Stil
„Oida, jetzt hot´s mi direkt zu die Schwammerl gschwemmt"
Sofort greifen die Logenbrüder zu den Marillen. Klebrig, saftig, gefährlich.
Der erste Schuss fliegt. Austriaman entscheidet sich aus taktischen Gründen für den heroischen Rückzug.
Fruchtfleisch zischt. Held im Ausweichmodus. Und alles riecht nach Oma's Kuchen. Austriaman tanzt durch die Frucht-Apokalypse.
„I glaub i hob grod a Kilo Vitamin C inhaliert"
Er taumelt ins Freie, klebrig, angeschlagen, aber am Leben. Verfolgt von überreifen Fruchtgeschoßen.
„Oida… Marillenkrieg um Sechse in der Friah. Des is Österreich."
Der Held verschwindet in der Morgensonne, das Fiaker-Mobil knattert Richtung Horizont.
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